Außenbandverletzung im Sprunggelenk

80% aller erfahren im Laufe ihres Lebens eine Verletzung der Außenbänder im Sprunggelenk. In Deutschland alleine wird davon ausgegangen, dass 8000 Distorsionen im oberen Sprunggelenk pro Tag passieren. Dabei sind Frauen und Kinder tendenziell häufiger betroffen als Männer und Jugendliche. Die meisten Fälle passieren im Sport, prädestiniert hierfür sind auch vor allem die Hallensportarten wie Basketball, Volleyball usw..

URSACHEN

Die meisten kennen es, mal kurz nicht aufgepasst und umgeknickt und dann ist es auch schnell passiert, dass die Außenbänder gerissen sind. Müde Muskeln, schwächeres Bindegewebe oder eine nicht so ausgeprägte neuromuskuläre Kontrolle können bei einem Umknicken die Bänder nicht zusätzlich stabilisieren. Das Sprunggelenk wird mit drei Bändern an der Außenseite und drei in der Innenseite unterstützt.
Ein Indiz dafür, dass etwas gerissen ist, ist eine Schwellung, Hämatom und Instabilitätsgefühl im Fuß.

REHABILITATION

Phase I

Nach dem Trauma sollte der Fuß zunächst hochgelagert und entlastet werden. Häufig wird noch Eis drauf gemacht, gerade im Sport wird da schnell zum Eisspray gegriffen, mittlerweile wird die Eisanwendung nicht mehr so durchgesetzt, da durch das Eis der Entzündungsprozess unterbunden wird. Dabei ist der entscheidend für die Heilung. Sobald der Schmerz zurück gegangen ist sollte der Fuß auch wieder belastet werden. Dies kann am besten durch Training des physiologischen Bewegungsablaufes bereits ab Woche 2 in Form einer Gangschule (Laufband / Spaziergang) beübt werden. Hier kann durch vermehrtes Barfußlaufen auch ein gezieltes Aktivieren der kurzen Fußmuskeln unterstützt werden. Bei einem Instabilitätsgefühl kann eine Orthese/ Bandage oder Tape helfen, den Fuß zu stabilisieren. 

Phase II

Spätestens in dieser Phase sollte mit der Physiotherapie begonnen werden. Schwerpunkt hierbei liegt auf dem Erhalt/Wiedererlangen der vollen Sprunggelenksbeweglichkeit und Sprunggelenksstabilität. Dies gelingt vor allem durch aktive Trainingsübungen, welche von Woche zu Woche anspruchsvoller werden sollten. Der Fokus der Übungen liegt dabei auf Gleichgewicht, Kräftigung, Beweglichkeit, Tiefensensibilität und zuletzt Sprüngen. Ziel und Orientierung in dieser Phase ist das Bestehen der „Return-to-Activity“ Testungen. 

Phase III

In dieser Phase ist das Ziel der Rückkehr in den Sport. Um dieses zu erreichen, wird weiterhin an der Stabilität bei Sprüngen gearbeitet. Außerdem ein langsames, aber stetiges heranführen an den Sport. Dies entspricht ein Beginn von kontrollierten Übungen (wo ich weiß, welchen Bewegungsablauf ich als nächstes mache) mit Steigerung hin zu einem unkontrollierten Setting (unvorhergesehene Aktionen/Bewegungen). 

WHAT TO DO IF (oder auch Selbstmanagement)

Phase I

  • Hochlagern
  • Anlage von einer Kompressionsbandage
  • Salbenverband über Nacht 
  • „kühlen“ maximal einmal täglich (10min)
  • Tragen der Orthese
  • Organisation eines Physiorezept (gerne mit ein bisschen Nachdruck)
  • Belastungsaufbau wie beschrieben

Phase II

  • Trainingsprogramm zu Stabilität und Mobilität (2-3x die Woche)
  • Steigerung der Schwierigkeiten von Woche zu Woche
  • Training am besten ohne Tape/Orthese
  • Physiobehandlung 

Phase III

  • Rückkehr in das sportartspezifische Training/Wettkampf
  • Hierbei auf Tape oder Orthese zurückgreifen
  • Eigenübungsprogramm Sprunggelenksstabilität für mindestens 6 Monate weiterführen

Eine Reruptur der Außenbänder innerhalb eines Jahres tritt bei 33% der betroffenen auf. Also schenkt euren Füßen ein bisschen mehr Aufmerksamkeit, kräftigt sie, denn diese müssen euch durch den Alltag bringen.

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