Achillessehnentendinose

Die Achillessehne ist die längste, dickste und auch stärkste Sehne im menschlichen Körper. Sie wird aus der Wadenmuskulatur, also dem M. gastrocnemius und dem M. soleus, gebildet und setzt an der Ferse an. Damit sorgt sie anatomisch sowohl für Elastizität als auch für Stoßdämpfung im Fuß. Funktionell überträgt sie Kraft zwischen Füßen und Unterschenkeln und spielt damit eine entscheidende Rolle bei menschlicher Fortbewegung, wie z.B. Gehen, Laufen und Springen. Wie man sich vorstellen kann, ist sie dabei hohen Kräften ausgesetzt, was bei Überlastung bzw. Fehlbelastungen zu Problemen, wie z.B. einer Tendinose, führen kann.

Eine Tendinose ist eine degenerative und chronische Erkrankung, die oftmals für lang anhaltende Schmerzen beim Gehen und/oder Laufen sorgt. Allerdings kann sie durch entsprechende Therapie aufgehalten werden. Die Beschwerden können somit deutlich gelindert oder sogar ganz zum Verschwinden gebracht werden.

URSACHEN/RISIKOFAKTOREN

Die Datenlage zeigt, dass von einer Achillessehnentendinose deutlich mehr Männer betroffen sind als Frauen. Zusätzlich spielt das Alter eine Rolle, denn ab 30 Jahren verliert die Sehne an Qualität bzw. Elastizität. Andere Ursachen können eine bereits bestehende und/oder ausgeheilte Verletzung der Achillessehne sein. Dies führt oftmals zu Bewegungseinschränkungen im Sprunggelenk und Fuß und zu Fehlbelastungen von nicht dafür geeigneten Strukturen. Auch eine Muskelschwäche der Wade kann zum einen eine Folge einer Verletzung sein, zum anderen kann dadurch eine Tendinose initial ausgelöst werden. Als Hauptursache für eine Tendinose gilt aber immer noch eine chronische Überlastung dieser Struktur, meist durch „zu schnell zu viel“ bei Läufern und/oder aufgrund anderer Risikofaktoren (s.o.).

SYMPTOME

Die Schmerzen lokalisieren sich in den meisten Fällen zwei bis sechs Zentimeter oberhalb der Ferse, dort wo die Muskulatur in die Sehne übergeht und der Unterschenkel am schmalsten ist. Erfahrungsgemäß halten diese Schmerzen über sechs Wochen an. Außerdem treten sie zu Beginn der Belastung auf und lassen im Laufe der Bewegung nach. Wird die Belastung durch Tempoverschärfung oder Bergauf gehen gesteigert, werden die Symptome wieder verstärkt. Im späteren Verlauf der Symptomatik ist es sogar möglich, dass selbst in Ruhe die Schmerzen weiterbestehen.

DIAGNOSTIK

Zunächst sollten Differenzialdiagnosen ausgeschlossen werden. Darunter fällt vor allem die Tendinitis, also eine Entzündung der Achillessehne. Von ärztlicher Seite kann eine Sonografie oder auch ein MRT gemacht werden, wobei diese beiden Verfahren in Bezug auf die Problematik nicht immer aussagekräftig sind. In vielen Fällen kann bereits durch eine gute Anamnese und verschiedene Belastungstests eine Aussage getroffen werden.

THERAPIE

Zunächst ist wichtig, dass der Fuß nicht ruhiggestellt wird. Zudem sollte von einer Gabe von Cortison oder Schmerzmittel abgesehen werden, da diese die Qualität der Sehne weiter beeinträchtigen können. Wichtig wäre hier primär eine Verordnung für die Physiotherapie 😉. Abhängig von der Ursache der Tendinose wird zunächst das Sprunggelenk mobilisiert und/oder andere beteiligte Strukturen behandelt. Begleitet wird die manuelle Therapie mit einem isometrischen Training, d.h. mit Haltearbeit für die Wadenmuskeln. Sofern eine Linderung erreicht wurde, geht es in die nächste Phase des Trainings. Hierbei wird der Fokus auf die Exzentrik der Wadenmuskulatur gelegt, damit die Sehne durch Kraftaufbau an höhere Zugkräfte gewöhnt wird. Im nächsten Schritt werden anspruchsvollere Übungen, wie zum Beispiel Ausfallschritte und/oder Einbeinstände, eingebaut. Hier spielt zudem die Koordination eine wichtige Rolle. Abschließend und am anspruchsvollsten für die Sehne sind Sprünge. Diese sollten technisch sauber und kontrolliert ausgeführt werden können, damit du auch deinen Sport wieder sicher ausüben kannst. Um deine Bewegungskontrolle sowie deine Beinachsenstabilität weiter zu verbessern, empfehlen wir dir zusätzlich ein individuelles Rumpftraining. Zudem wirkt ein guter Rumpf wie ein Dämpfer und entlastet zusätzlich deine Füße. Dies sollte die spezifischen Übungen für die Sprunggelenke ergänzen.

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